TUD Logo

TUD Startseite » ... » Institute und Einrichtungen » Institut für Angewandte Informatik » Lehre

Institut für Angewandte Informatik

Lehrveranstaltungen

Überblick


Das Fachgebiet Systemorientierte Informatik hat das Ziel, Experten auf dem Gebiet der Angewandten Informatik in angemessener Breite auszubilden, wie sie der Arbeitsmarkt von entsprechenden Absolventen verlangt. Besonders mittelständische Firmen, welche seit langem den größten Teil des deutschen Arbeitsmarktes darstellen, verlangen eine solche Qualifikation.
Die Lehrveranstaltungen des Fachgebietes sind daher nicht auf die Entwicklung einer einzelnen Komponente eines Informationssystems (Schaltkreis, Rechnerhardware, Software, Netzwerkarchitektur, Datenbank usw.) fokussiert. Die Studenten lernen stattdessen vor allem die Anwendung aller oben genannten Komponenten mit dem Ziel, ihr Zusammenwirken in einem integrierten Gesamtsystem zu organisieren, welches die zugeschnittenen Wünsche von Kunden erfüllen soll.
Da Angewandte Informatik heute in allen Lebensbereichen zu finden ist, sind die Absolventen unseres Fachgebietes auch nicht auf eine Branche (Fahrzeuge, Fabrikautomation, Bürosoftware usw.) beschränkt. Sie lernen vielmehr Methoden, um sich im Laufe ihres Berufslebens bei Bedarf in viele Branchen einzuarbeiten und dort Informatiksysteme anzuwenden.
Die Ausbildung beschränkt sich auch nicht auf eine Lebensphase eines Informationssystems (z. B. den Entwurf). Die Studenten lernen vielmehr Methoden, um Anwendungssysteme in allen ihren Lebensphasen zu gestalten und zu beherrschen, also Anforderungsanalyse, Planung, Entwurf, Implementation, Test, Inbetriebnahme, Dauerbetrieb, Wartung/Diagnose, Rekonstruktion, Wiederverwendung usw.. Trainiert wird auch die Offenheit, in einem interdisziplinären Team auf Spezialisten anderer Fachgebiete zuzugehen, um das von diesen eingebrachte Wissen zu verstehen und in eine funktionierende Gesamtlösung zu integrieren. Dadurch werden die Studenten befähigt, später auch fachübergreifende Leitungs- und Projektmanagementaufgaben zu übernehmen oder gar in andere Tätigkeitsfelder (z. B. Unternehmensberatung) zu wechseln.

Entsprechend vielfältig sind auch die Angebote im Fächerkatalog:

Die erste Gruppe von Lehrveranstaltungen behandelt die verschiedenen Methoden, Werkzeuge und Beschreibungsmittel, die zur System- und Softwareentwicklung in den einzelnen Lebensphasen gebraucht werden, z. B. Anforderungsanalyse, Entwurf, Test, Diagnose, Qualitätsüberwachung und Tele-Service. Vor allem wird das Denken in Abstraktions- und Hierarchieebenen geübt, was man braucht, um in komplexen Systemen den Überblick nicht zu verlieren.

Eine weitere Gruppe von Vorlesungen untersucht die Wechselwirkung von Rechnern mit technischen Systemen (z. B. Geräten, Maschinen, Fahrzeugen, Anlagen, Versorgungssystemen). Zum Lehrangebot gehören Architektur und Anwendung von seriellen Bussen und Rechnernetzen zur Kopplung technischer Systeme, Automatisierungstechnik, Echtzeitsteuerungen, parallele Interfaces, Fertigungssysteme, intelligente Gebäude, Signalanalyse usw.

Immer öfter entscheidet die Gebrauchstauglichkeit darüber, ob ein innovatives Produkt am Markt Erfolg hat oder nicht. Eine dritte Gruppe von Lehrveranstaltungen widmet sich den Wechselbeziehungen von Menschen mit Computern (Mensch-Computer Interaktion). Hier geht es um die Software-Ergonomie, und darum die menschlichen Sinne und kognitive Leistungen (Human Factors) isoliert oder im Zusammenspiel zu betrachten. Neben den graphischen Benutzungsoberflächen sind akustische und haptische Aus- und Eingabetechniken die Grundlage für neue - auch ortsbasierte - Produkte. Die Studenten lernen, wie man "verständliche" Schnittstellen gestaltet, wie man beim Entwurf von Benutzungsoberflächen diverse multimediale Ein-/Ausgabetechniken integriert, wie man Benutzbarkeit und Ergonomie bewerten, messen und gezielt verbessern kann.
Ein innovativer Bereich der Lehre und Forschung widmet sich zudem barrierefreien Systemen, um Menschen mit besonderen Anforderungen gerecht zu werden. Jeder kennt die Probleme eines durchschnittlichen Verbrauchers bei der Benutzung von Computern im Kontext des privaten Haushalts und in öffentlichen Einrichtungen, bei Mobiltelefonen und anderen Alltagsprodukten. Dazu gehört auch Industriesysteme und Arbeitsplätze im Kontext von Produktionsstätten zu analysieren, zu bewerten und bezüglich ihrer Leistungsparameter einzuschätzen.

Vom Angewandten Informatiker verlangen die Auftraggeber immer umfangreichere Informatiksysteme, die auch sehr komplexe Anwendungsaufgaben lösen können. Hier kann er nur den Überblick behalten, wenn er in der Lage ist, seine Anwendungsaufgaben in vereinfachte Modelle umzuformen. Nur an diesen Modellen kann er die Verhaltenseigenschaften der komplexen Originalsysteme zielgerichtet analysieren. Eine weitere wichtige Methode zur Untersuchung des Verhaltens ist die Simulation dieser Modelle. In der vierten Gruppe von Vorlesungen lernen die Studenten daher Methoden und Werkzeuge zur Modellbildung, zur Analyse und Simulation sowie zur systematischen Auswertung von Simulationsergebnissen.
  • Die Professur ist ab dem Wintersemester 2013/14 nicht besetzt

Aus der interdisziplinären Breite des Fächerangebots kann jeder Student je nach Neigung beliebig auswählen. Dabei hat er die Möglichkeit, sich auf eine der vier Richtungen (Methoden, Schnittestellen zu technischen Systemen, Schnittstellen zum Menschen, Modellierung / Simulation) zu konzentrieren oder diese gezielt zu kombinieren. Um diese Auswahl nicht zu behindern, sind alle Vorlesungen so konzipiert, dass sie unabhängig und ohne Vorbedingungen belegt und beliebig kombiniert werden können. Sie setzen also nicht den vorherigen Besuch anderer Vorlesungen des Fächerkanons voraus. Weiterhin macht es die typische Breite der Angewandten Informatik möglich, dass es auch viele sinnvolle Kombinationsmöglichkeiten mit Vorlesungen aus anderen Fachgebieten, Fakultäten und (ggf. ausländischen) Universitäten gibt. Deshalb können diese nach Absprache in der Regel in das Studienprogramm integriert und angerechnet werden. Zur Beurteilung der Passfä higkeit bieten wir Beratung an.
Ergänzend zu den praxisorientierten Vorlesungen bieten wir ein Praktikum in gut ausgestatteten Laboren an. Hier finden Sie eine Fabrik im Miniaturformat, vernetzte Echtzeitsysteme, Simulatoren, Netze für intelligente Gebäude, hier können Sie vernetzte Mikroprozessoren programmieren und testen oder Messungen an Mensch-Rechner-Schnittstellen vornehmen. Neben unseren Studenten nutzen auch Praktiker aus der Industrie diese Labortechnik. Für interessierte Studenten organisieren wir gern eine Labor-Besichtigung.
Das Institut für Angewandte Informatik ist in zahlreiche praxisorientierte Forschungsprojekte mit Beteiligung aus Industrie und Wirtschaft eingebunden. Deshalb sind die Themen unserer Beleg-, Studien- und Diplomarbeiten ebenfalls sehr praxisnah und ihre Bearbeitung erfolgt oft in Kooperation mit Praxispartnern und (auch internationalen) Partner-Universitäten.
Stand: 16.10.2013, 10:04 Uhr
Autor: Dipl.-Ing. Stefan Theurich